Um zehn Uhr ist die Maschine voll bepackt und es kann los gehen. Vorwiegend auf Nebenstrassen geht es Richtung Osten. Die Route ist so gewählt, dass wir keine grossen Städte durchfahren müssen. So lassen wir Stuttgart rechts und Heilbronn links liegen. Nach etwa 1 1/2 Stunden ist ein erster Kaffeehalt fällig. Auch im Schwabenland mundet der Kaffee. Weiter geht es Richtung Schwäbische Alb, wo wir am Ebnisee die nächste Pause einlegen. Danach geht es langsam aber sicher runter ins Mittelfränkische und schliesslich ins bayrische Schwaben. In Lauchheim
noch eine Pause bevor wir unser Etappenziel Harburg erreichen. Ein hübsches, kleines Städtchen mit einer imposanten Burg über der Stadt.
Gut verfrühstückt geht es weiter nach Osten. Wiederum auf Nebenstrassen durch schöne Feld-, Wald- und Wiesen-Landschaften. "Dank" Umleitungen wird die Fahrt länger als vorgesehen, aber nicht minder schön. Der eine oder andere Kaffeehalt darf natürlich nicht fehlen. Nebst der Landschaft fallen uns in der Oberpfalz vor allem auch die sehr gut ausgebauten Strassen auf. Dies ändert schlagartig als wir die Grenze überschreiten bzw. -fahren. In Tschechien werden wir
auf einer Nebenstrasse durch den Wald ganz ordentlich durchgerüttelt. Erst auf der Hauptstrasse wird es besser. In Bor unser Letzter Halt für heute. Dann geht es schnurstracks weiter nach Pilsen, wo es nicht lange dauert, bis das erste Bier genossen wird.
Heute ist Stadtrundgang angesagt. Pilsens Altstadt hat enorm viele alte, noble Häuser. Eindrückliche Kirchen und eine sehenswerte Synagoge.
Und Bierkneipen. Also für jeden Geschmack etwas.
Noch immer in Pilsen. Heute noch Besuch im Depot 2015, einem ehemaligen Bus- und Tramdepot. Heute ein Kunst- und Kunsthandwerk-Zentrum.
Danach noch ein Abstecher zur Brauerei des Pilsner Urquells. Am Abend dann hervorragend heimisch gespeist. Ein Trost bezüglich zu viel Regen den Tag hindurch.
Die Wetteraussichten für ganz Tschechien entsprechen überhaupt nicht dem, was wir erwartet hatten aufgrund der langfristigen Vorhersagen. Zu viel Regen. Andernorts soll es besser sein, sodass wir gen Westen fahren. Um dem Regen davon zu fahren, wählen wir den schnellsten Weg statt den kurvenreichsten. Als es Zeit wird für einen Kaffeehalt erscheint mitten im Nirgendwo eine Tankstelle mit Shop.
Während wir draussen den Kaffee geniessen, herrscht reges Treiben an der Tanke. Obwohl noch in Tschechien, ausschliesslich deutsche Kennzeichen. Da kann die Grenze nicht mehr weit sein, was sich nach der ersten Kurve auch bestätigt. Wir fahren durch Bärnau Richtung Neustadt, wo wir für einen besseren Kaffee einen weiteren Halt einlegen. Danach weiter durch hügelige Landschaften die, je weiter wir kommen, flacher und flacher werden. Schliesslich durchfahren wir einen Teil Nürnbergs und fahren dann nordwärts nach Erlangen, wo wir die Nacht verbringen.
Das Wetter lenkt uns nach Norden. Umleitungen schon in Erlangen und dann weiter nördlich "in der Pampa" machen die Fahrt spannender als uns lieb ist. Die Fahrt, unterbrochen von einem frühen Kaffeehalt, verläuft erst mal auf eher "schnellen" Strassen. Erst nach Bamberg wird es etwas angenehmer auf Nebenstrassen, die aber auch nicht von Umleitungen verschont sind. Trotzdem schaffen wir es nach Coburg, wo wir eine weitere Pause einlegen. Während wir dort unsere Erfrischung geniessen, verdunkelt sich der Himmel mehr und mehr. Wir beschliessen, uns auf Regen bzw. Gewitter einzustellen und uns entsprechend zu kleiden.
Kaum fahren wir wieder los, prasseln Regen und Hagel auf uns herunter. Nach wenigen Kilometern ist dies aber schon wieder vorbei. Ja sogar die Strassen sind teilweise trocken, dann wieder nass, dann wieder trocken. Und nochmals etwas Regen und schon bald wieder trocken. Bis wir auf die "Hohe Strasse" abbiegen um auf dem Rennstieg Richtung Norden zu fahren, ist das Wetter wieder ganz auf unserer Seite. Wunderschöne Strecke durch viel Wald. Dieser leider teilweise mitgenommen von Trockenheit oder Krankheit. Und fleissig genutzt. So kommen wir schliesslich nach Ilmenau, wo wir dringend Erfrischung brauchen und uns der Regenausrüstung entledigen.
Danach ist es nicht mehr weit bis zum Stiefelberg und der Stiefelburg, wo wir nächtigen. Burg ist hierbei nur ein Name des Hotels ohne Bezug zu einer wirklichen Burg. Trotzdem ganz nett hier.
Erst mal tanken. Und dann ab Richtung Nord. Schon in Erfurt gibt es die erste Pause. Weiter nordwärts auf ziemlich vielen, ziemlich geraden Strassen.
Sei es durch Felder und Wiesen, Alleen oder Wälder. In einigen Alleen stehen die Bäume so nah an der Strasse, dass Schilder davor warnen. In Magdeburg verleitet uns ein Baustellen bedingter Stau innerhalb einer Umleitung unsere Route zu ändern. Dies führt uns nach einiger Zeit zu einer Fähre. Da allerdings auch Stau, da wenig Platz auf der Fähre und wahrscheinlich Feierabendverkehr. Danach noch eine weitere Umleitung, sodass wir ziemlich spät (für unsere Verhältnisse) in Genthin in den Hof des Hotels einfahren. Der Wirt erwartet uns schon. Kurz alles im Zimmer verstaut und ab geht es zum Abendessen.
Wir verlassen Genthin und fahren weiter nordwärts. Heute eine eher kurze Fahrt, die trotzdem schon bald zwecks Kaffee unterbrochen wird. Der Rest ist ähnlich wie gestern.
Meist geradeaus. Ein Abstecher in den Wald zu einem Gasthaus am A... der Welt bringt uns die nächste Erfrischung. Es ist heiss, sodass kein Kaffee bestellt wird. Dann ist es nicht mehr weit bis Gotthun an der Müritz, dem grössten See der Seenplatte und auch ganz Deutschlands, was reine Binnenseen anbelangt ohne andere anreihende Länder. Unsere frühe Ankunft gibt uns Zeit für einen Spaziergang zum See und zur Rast auf einem schattigen Bänkli. Der Rest des Tages bzw. des Abends ist dann Essen, Trinken, Rauchen.
Wir bleiben zwei Nächte hier, sodass Zeit bleibt für eine Schifffahrt auf dem See. Eine Rundfahrt über mehrere Stunden. Dazu fahren wir mit dem Gespann ein paar Kilometer zur Schiffstation in Rödel.
Die Schifffahrt ist leider eher langweilig, weil es praktisch gar nichts zu sehen gibt. Einige Bootshäuser
und viel grünes Ufer. Das ist alles. Und das über Stunden. Kleine Aufmunterung in Waren, wo wir über eine Stunde Aufenthalt haben, was höchst willkommen ist.
Die weiter- bzw. Rückfahrt ist dann zum Glück kürzer. Zurück in Rödel belohnen wir uns mit einem Glacé, zurück im Hotel mit einem Bier.
Heute geht es weiter nach Westen. Das Wetter bestimmt einmal mehr, wohin es uns treibt. Die Fahrt verläuft über mehrheitlich Nebenstrassen. Und immer wieder Windräder links und rechts der Route. Und riesen Abraumhalden.
Unser Übernachtungsziel liegt im Nirgendwo des Elbtals, wobei Tal ein grosses Wort ist für soviel flache Gegend. Zumindest gibt es wieder eine Fahrt mit einer Fähre,
was für angenehme Abwechslung sorgt. Schlussendlich landen wir im Allerparadies, einem Hotel in der Lüneburger Heide am Fluss Aller.
Wir haben uns entschlossen, den Norden anzupeilen. Da die Strecke für unseren Geschmack zu lang wäre, planen wir einen Zwischenhalt ein. Der Weg dahin führt uns wieder über die Elbe, diesmal von West nach Ost und dies bei Lauenburg.
Von da ist es dann nicht mehr all zu weit bis nach Gross Sarau, wo wir in einem ehemaligen Bauwagen nächtigen.
Leider ist vom Bett mal abgesehen nichts so, wie wir aufgrund des Beschriebs erwartet hatten. Aber für eine Nacht geht es. Und das Naturschutzgebiet am Ratzeburger See tröstet ein wenig darüber hinweg.
Jetzt aber ab nach Norden. Über die Aussenbezirke Lübecks geht es auf vorwiegend Nebenstrassen Richtung Nord/Nordwest. In Bad Segeberg machen wir Kaffeehalt, lassen den Winnetou aber links liegen. Je weiter nördlich wir kommen, desto flacher wird die Gegend und desto schmaler teilweise die Strassen. Und Verpflegungsbetriebe werden zur Mangelware.
Trotzdem schaffen wir es bis zu unserem Ziel Dagebüll. Unser gebuchtes Zimmer in einer Pension stellt sich als kleine Ferienwonung heraus. Auch recht, denn wir wollen vier Nächte bleiben.
Heute fauler Tag. Was in Dagebüll sehr leicht gelingt, da der Ort praktisch gar nichts zu bieten hat ausser ein paar wenigen Restaurants und dem Fährhafen.
Seit langem wieder mal ein Gewitter, das wir trocken bei Bier und Kaffee überstehen. Verpflegung sehr Fisch-lastig. Und viel Meer ohne wirklichen Strand.
Ausfahrt geplant. Erst mal Richtung Nord, über die Grenze zu Dänemark und über den Damm nach Römö, wo wir die Fähre nach Sylt nehmen. Wir kommen in List im Norden der Insel an und fahren einfach gesagt einmal ganz nach Süden und wieder zurück.
Die Fahrt unterbrochen durch Pausen in Strandcafés, Hafenkneipen, gewöhnlichen Cafés, Aussichtspunkten etc.
Bis wir wieder in List sind wo wir wieder die Fähre nehmen für den Rückweg über Dänemark nach Dagebüll.
Ein weiterer fauler Tag. Wir schlafen recht lange, da der gestrige Tag sehr lang war. Dann folgt mehr oder weniger das gleiche Programm wie vor zwei Tagen.
Soviel zum äussersten Norden. Wir fahren früh weg und haben die Nebenstrassen Dank Sonntag fast für uns. Erst auf der einen Bundesstrasse wird es hektisch. Viel Verkehr und gesperrte Strecke. Stau. Wir haben Glück, da unsere Route von der Sperrung nicht betroffen ist. In Aukrug machen wir Kaffeepause, bevor es weiter geht nach Hamburg. Dort noch eine Erfrischung, was die Hitze dringend nötig macht. Danach schon bald Stau. Mitten in der Stadt, so zu sagen. Wir finden einen Weg drum herum, teilweise auf der Autobahn. Sobald alles wieder normal scheint verlassen wir diese und sind dann schon bald in Undeloh, wo wir nächtigen werden.
Heute geht es weiter Richtung Süden. Wir sind zurück in der Heide
und steuern zur Abwechslung eine Stadt an. Eigentlich nur ein Zwischenstopp, aber interessant genug, dort sogar für 2 Nächte zu buchen. Diverse Umleitungen kosten uns mehr Zeit als erwünscht. So beschliessen wir, ab ... von "kurvenreich" auf "Autobahn" um zu stellen. Dies beschleunigt unsere Fahrt ungemein. Bis zum ersten Stau, der uns allerdings nicht sehr lange aufhält. Beim zweiten ist dies dann leider anders. Der erhoffte Zeitgewinn ist damit mehr als dahin. Trotzdem erreichen wir schliesslich Münster, wo wir mit einigen technischen Unannehmlichkeiten beim personallosen Check-In schliesslich doch noch im gebuchten Zimmer landen. Für Stadtrundgang bleibt aber kaum noch Zeit. Der muss warten bis morgen.
Kaffee auf dem Sitzplatz ist ein guter Start in den Tag. Die Brötchen und die Auflagen dazu, die wir gestern noch gekauft haben eine willkommene Ergänzung. Dann ab in die Altstadt. Durch ein Gewirr an Velos, sei es auf dem Trottoir oder der Strasse. Sie kommen von allen Seiten; kreuz und quer im flotten Tempo. Velofreundlich wird hier zu Fussgänger-feindlich.
Kann man mögen, muss man aber nicht. Die schöne Altstadt tröstet aber darüber hinweg. Die folgenden Bilder zeigen es.
Schliesslich geht auch dieser Tag zu Ende und wir suchen uns im Netz das nächste Ziel. Das ursprünglich angepeilte muss wetterbedingt warten.
Wir verlassen Münster auf den von uns vorgezogenen Nebenstrassen. Westen ist angesagt. Langsam aber sicher wird aus Heide hügeliges "normales" Land. Je weiter westlich wir kommen, desto flacher wird es und irgendwann sprechen die Leute auch so seltsam. Tempolimit 70 auf Landstrassen. Wir sind in Holland bzw. den Niederlanden. Die Strassen sind meist gut, aber auch da sind wir vor "Omleiding" nicht gefeit. Da kurvenreich hier eher rar ist, bewegen wir uns auf vielen sehr geraden Strassen, die an den Ortschaften meist vorbei führen. Macht die Suche nach Erfrischung etwas mühsam, gelingt aber trotzdem. In Arnheim (mit seiner Brücke)
ist es einfacher bzw. in einem der Vororte. Danach folgen ein paar Hügel bevor es dann ganz flach wird, sodass man fast meinen könnte, man sehe das Ziel von weitem. Am späten Nachmittag erreichen wir dann Bunnik, einen ausserhalb liegenden Ortsteil von Utrecht. Hier warten wir, dass das weiter südlich schlechte Wetter sich bessert. Also haben wir für zwei Nächte gebucht.
Per S-Bahn fahren wir ins Stadtzentrum. Am Bahnhof keine Touristen-Info; zumindest nicht zu finden. Also auf gut Glück die Altstadt suchen, was auch recht einfach gelingt. Und sich definitiv lohnt. Mit den Grachten, den Velos und der Architektur der alten Häuser wähnt man sich beinah in Amsterdam.
Nur Touristen hat es bestimmt weniger, was uns nicht weiter stört. Sehr empfehlenswert, wenn uns auch am Nachmittag ein Teil des weiter südlich herrschenden Wetters streift. Zum Glück nur kurz und für uns unter Dach kein Problem.
Wir essen direkt an einer Gracht bevor wir zurück zum Hotel fahren.
Die Strasse hat uns wieder. Und wieder geht es nach Westen. Bis an das südliche Ende des Rotterdamer Hafens, wo wir dann die Himmelsrichtung auf Süden ändern (müssen). Viel Wasser hier mit entsprechend vielen Brücken und Dämmen. Und vielen geraden Strassen mit wenig Verpflegungsmöglichkeiten. Beim grössten "Wasserbauwerk" machen wir natürlich Pause.
Höchst eindrucksvoll, was die "Holländer" hier gegen die Fluten der Nordsee gebaut haben. Weit ist es von hier nicht mehr, bis wir in Belgien sind. Und dann auch schon bald in Gent. Hotel mitten in der Stadt, Parkhaus ein paar Schritte entfernt.
Wie auch die meisten Sehenswürdigkeiten, von denen wir schon einige sehen an diesem Abend. Der Rest folgt morgen.
Heute ist Stadtrundgang sowie Stadtrundfahrt angesagt. Kurz nach dem Frühstück besteigen wir ein Rundfahrt-Boot und sehen uns Gent von den Kanälen aus an.
Vieles erinnert an Utrecht, was die Bauweise der alten Häuser angeht. Noch ist es angenehm warm bzw. noch nicht heiss. Dies ändert im Laufe des Tages, was auf dem schattenlosen Boot unangenehm worden wäre. Zu Fuss ist Schatten einfacher zu finden. Sowie kühle Kirchen zum Beispiel.
Das eine oder andere Bier soll gegen die Hitze helfen, was nur bedingt gelingt.
Am Abend wird es dann angenehmer und schliesslich auch Zeit fürs Bett.
Heute geht unsere Fahrt weiter durch Belgien. Süd-Ost-wärts. In Flandern noch alles ziemlich flach, in Wallonien dann nicht mehr, da wir uns den Ardennen nähern. Erstaunlicherweise gelten in Walonien andere Geschwindigkeitslimiten als in Flandern. Kommt uns auf den geraden Schnellstrassen entgegen, nützen uns später in den Ardennen dann aber nichts. In Wallonien ist natürlich auch Schluss mit der holländisch-flämischen Bauweise.
Hier fühlt es sich fürs Auge an wie in Frankreich. Ein Zwischenhalt in Namur wurde extra eingeplant wegen "Sambre et Meuse", also der Mündung der Sambre in die Meuse.
Danach geht es ab Richtung Osten, durch bzw. über die Ardennen in die deutsche Eifel nach Monschau. Auch ganz nett.
Viele steile Gassen, viele alte Häuser und am Sonntag Abend viele geschlossene Restaurants. Wir verhungern aber nicht.
Zweitletzte Etappe. Diesmal nicht sehr weit, dafür mit Umweg. Zum Spass fahren wir nach Kallmuth, wo teilweise für die Krimireihe "Mord mit Aussicht" gedreht wurde. Spass muss sein. Dann geht es nach Süden mit Halt in Bitburg, wo aber kein Bier getrunken wird wegen 0.0 beim Fahren.
In Trier wird dies aber nachgeholt, wobei das andere lokale Bier besser schmeckt. Stadtrundgang dann morgen.
Letzter Stadtrundgang für diese Reise. Hier nicht nur alte Häuser aus dem Mittelalter, sonder auch Zeugen der römischen Stadtgründer. Am eindrücklichsten aus jener Zeit wahrscheinlich die "Porta Nigra". Aber auch der Dom und andere Kirchen
sind eindrückliche Zeugen ihrer Zeit bzw. ihrer Zeiten, da auch hier vieles bis auf römische Zeiten zurück geht.
Aber nicht alles, wie wir hier sehen:
Viel bleibt nicht zu erzählen. Trier, Hunsrück mit Pause, Kaiserslautern mit Pause, Pfalz mit zwei Pausen, Rhein und schon zurück in Ettlingen.